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lange abwesend - Handy geklaut

Liebe Freunde, liebe Familie – ich bin wieder da!

Lange Zeit ist es her, dass ich einen Beitrag gepostet habe.  Aber natürlich habe ich euch nicht vergessen, und deswegen melde ich mich auch mal wieder bei euch, um euch ein paar neue Geschichten aus dem schönen Bolivien zu erzählen.

Ungefähr zwei Monate bin ich jetzt schon in Bolivien, und so langsam fühlt es sich auch nach Alltag an, hier zu sein. All die anderen Freiwilligen, die nicht in Sucre arbeiten, und nur für die Visumsbeantragung hier waren, haben die Stadt schon längst wieder verlassen, und deswegen leben wir jetzt in unserer kleinen „WG-Familie“ so vor uns hin. Unter der Woche sehen wir uns meist nur zum gemeinsamen Abendessen, und wenn wir dann mal bei einem solchen gemeinsamen Essen  die Zeit finden, in großer Runde miteinander zu reden, dann geht es häufig genug um die Klassiker wie „mir ist es hier nicht sauber genug – ihr seid zu putzfaul!“ oder „es könnten sich ruhig einige ein wenig mehr beim Essen machen beteiligen…“ (WGs sind offensichtlich auf der ganzen Welt gleich). Über der Woche machen wir dann aber häufig gemeinsame Ausflüge, oder wir gehen einfach nur miteinander feiern.

So sehr ich meine Familie, meine Freunde, und auch Deutschland vermisse, so glücklich bin ich auch, hier zu sein. Noch immer fühlt sich alles wie ein Abenteuer an, und ich kann es kaum glauben, so weit weg in einem so fremden Land zu sein. Obwohl  man mit dem klaren Wissen nach Bolivien gekommen ist, dass man hier für ein Jahr als Freiwilliger Leben wird, fühlen sich die ersten Tage und Wochen doch eher wie ein Urlaub an. Häufig genug waren wir eine Pizza essen, wenn uns das bolivianische Essen zu viel wurde, haben uns Sehenswürdigkeiten angesehen oder haben uns bei dem ein oder anderen Kartenspiel die Zeit vertrieben. Mittlerweile hat sich das aber geändert (was bei dem ein oder anderen einfach daran lag, dass das Geld alle ist), und so langsam aber sicher akklimatisiert man sich in das bolivianische Leben. Wie die meisten anderen Bolivianer auch sieht man uns mittlerweile auf dem Markt um den letzten Boliviano feilschen, viel arbeiten und am Ende des Tages die Stunden zählen, wann denn bald wieder Wochenende ist, um wieder ausschlafen zu können. Natürlich werden wir im Bus immer noch komisch angeguckt, weil wir erstaunlich groß und erstaunlich weiß sind, aber wenn ich dann mit den anderen Lehrern im Lehrerzimmer (das ich dort mal sitzen würde) quatsche, fühlt man sich doch ein wenig bolivianischer als ein gewöhnlicher 0 – 8 – 15 – Tourist.

So waren die letzten Tage zu vollgepackt, um sich auf den Blog zu konzentrieren, aber zum Glück ist ja jetzt wieder Wochenende.

Auch nach langem Nachfragen war es leider nicht möglich, einen Handballverein in Sucre zu finden (die Allermeisten Bolivianer wussten nicht einmal, was Handball überhaupt ist), deswegen habe ich jetzt einen Fußballverein für mich entdeckt. Mein Gedankengang dahinter war eigentlich relativ simpel – als waschechter Deutscher müsste ich doch Fußball spielen können. Diese Annahme hat sich allerdings als fälschlich herausgestellt, und so stehe ich jeden Morgen um 5:00 Uhr auf (und das jeden Tag), weil wir um 6:30 Uhr morgens Training haben (wer macht denn so früh Training?), um anderthalb Stunden dem Ball hinterherzurennen. Anfangs wusste ich leider nicht, wie die jeweiligen Positionen auf Spanisch heißen, sondern wusste nur, dass Mittelfeld „centro“ heißt, und so bin ich auf Nachfrage, welche Positionen ich denn spielen könne, offensichtlich ein Mittelfeldspieler geworden, was aber nicht schlimm ist, da ich auf allen Positionen gleich schlecht bin. Sobald ich mein erstes Tor in einem Spiel erzielt habe, werden das alle Leserinnen und Leser auf diesem Blog aber natürlich erfahren.

Wie angekündigt wollte ich meinen Blog mit diesem Update eigentlich um ein paar Fotos bereichern, aber leider wurde letzten Freitag mein Handy von einem Taxifahrer geklaut (ich weiß nicht wie!). Deswegen sind leider alle Bilder weg, die ich in Bolivien gemacht habe. Ich bin gerade dabei, mir ein paar Fotos von meinen Mitbewohnern zu organisieren, aber die werden dann erst in den nächsten Tagen folgen können. All die Leute, die mir geschrieben haben, ignoriere ich deswegen nicht mit Absicht, mein Handy ist nur einfach weg.

Schaut doch auch einfach mal in die anderen Beiträge rein, vielleicht findet ihr ja etwas Interessantes. Fotos folgen auf jeden Fall noch – VERSPROCHEN! Bis dahin würde ich mich natürlich freuen, wenn sich der ein oder andere dazu durchringen kann, etwas für das Projekt zu Spenden (da der Freiwilligendienst noch immer nicht vollständig bezahlt ist). Sonst freue ich mich natürlich wie immer auf Grüße aus der Heimat, und auf eure Antworten und Kommentare bin ich schon sehr gespannt. Haltet bis dahin die Ohren steif.

Liebe Grüße aus dem Süden,

Marvin

26.9.16 05:28

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