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Sprachschule, Kirche und co. - neues aus Bolivien

Hallo liebe Leserinnen und Leser, ich bins mal wieder,Eine Woche leben meine Mitfreiwilligen und ich jetzt schon in Sucre, aber irgendwie ist immer noch alles neu, und deswegen fällt es mir umso schwerer, die gesammelten Eindrücke in ein paar Zeilen niederzuschreiben.Hier in Bolivien reagieren wir Gringos (Bezeichnung der Einheimischen für uns Ausländer) erstaunlicherweise sehr ähnlich. Sucre liegt in einer Höhe von ungefähr 2800 Metern (zum Vergleich - die Zugspitze ist etwa 2900 Meter hoch), und mich alten "Flachlandberliner" stellt das natürlich vor grosse Herausforderungen. Das Atmen auf dieser Höhe fühlt sich in etwa so an, als würde man ständig mit einem Kissen vor der Nase atmen. Die ersten Tage habe ich deswegen so dermassen geschnauft, dass ich nach einem kurzen 15 minütigen Spaziergang schon gut aus der Puste war. Am ersten Tag musste ich mir sogar eine Tablette gegen die Höhenkrankheit einwerfen. Wenn man sich vorstellt, dass es erst ein halbes Jahr her ist, dass ich beim Handball noch 60 Minuten durchrennen konnte, dann ist der Einfluss der Höhe schon ein sehr erstaunlicher Faktor auf die Ausdauer.Nach ein paar Tagen hat sich das zum Glück schon gelegt, mittlerweile kann ich auch auf dieser Höhe Fussball spielen und joggen gehen (versucht ihr doch mal, auf der Zugspitze Fussball zu spielen oder eine Stunde zu laufen).Hier in Sucre ist das Essen günstig, lecker, und an jedem Strassenstrand zu haben. Aber man kann sich die Uhr danach stellen, dass jeder Gringo nach spätestens drei Tagen Magen/Darm Beschwerden haben wird und sich erbricht. Von uns 15 Freiwilligen, die derzeit in Sucre leben, hatten 14 ebendiese Beschwerden und für 3 Freiwillige musste sogar der Arzt kommen. Die mitfühlenden Blicke von Freiwilligen, die schon länger hier sind, habe ich zunächst nicht verstanden, mittlerweile erntet jeder Neuankömmling auch von mir mitfühlende Blicke. Mittlerweile geht es zum Glück allen wieder gut, vor Strassenständen mit "Chicha" (einer Art süssem Getränk aus Erdnüssen oder Mais) mache ich allerdings immer noch einen grossen Bogen.Die ersten zwei Wochen arbeite ich noch nicht in meiner Arbeitsstelle, deswegen kann ich von dort noch keine Erfahrungen teilen. Wir kümmern uns hier erst mal um das Visum, das erstaunlich kompliziert ist. Wenn man gedacht hat, dass deutsche Ämter anstrengend und frustrierend sind, der hat noch nicht sein Visum in Sucre beantragt. Zum Glück haben wir unseren Hostelpapa Aturo, der uns immer zur Seite steht und gefühlt die halbe Stadt kennt, was uns bei der Beantragung des Visums enorm geholfen hat.Die ersten zwei Wochen belegen wir Freiwilligen alle einen Sprachkurs, damit wir später in unseren Einsatzstellen doch noch das eine oder andere Wort verstehen können. Meine anfängliche Motivation wurde aber schnell durch den Umstand gedämpft, dass meine Spanischstunde hier um 7 Uhr morgens (und ich dachte, dass mit der frühen Schule ist erst mal vorbei!!!) beginnt, und man Hausaufagen für 4 Stunden täglich bekommt. Meine Spanischlehrerin Monica ist aber ein herzensguter Mensch, und wir verbringen die zwei Stunden meist damit, dass wir uns einfach auf Spanisch über irgendwas unterhalten.Manch einer hätte das vermutlich nie für möglich gehalten, aber am heutigen Sonntag war ich sogar um 7 Uhr morgens in der Messe (und nein, ich bin nicht über der Kirchenschwelle in Flammen aufgegangen). Eigentlich wollte ich den Messebesuch dafür nutzen, mir die berühmte "Virgen de Guadalupe" ("die Jungfrau von Guadalupe") anzusehen. Ich war dann allerdings in der falschen Kirche, und dann habe ich mir gedacht, dass ich ja auch einfach bleiben könnte, wenn ich schon mal so früh aufgestanden bin. Jetzt komme ich ganz sicher in den Himmel!Die Kirche ist hier aber wirklich ein sehr wichtiger Faktor im Leben der Bolivianer. Man merkt, dass die Menschen hier um einiges religiöser sind als in Deutschland. Heute Nachmittag treffe ich mich mit dem Pfarrer der nächsten Gemeinde, um ihm bei ein paar kleineren Projekten zu helfen, z.B. der Gestaltung eines Fussballplatzes. Dann kann ich auch endlich mal damit anfangen, mir hier meine moralische Aufenthaltsberechtigung zu erabeiten, und abends nicht immer nur mit den Mitfreiwilligen Karten zu spielen.http://www.bolivia-online.net/de/sucre/134/catedral-metropolitana-sucreAbschliessend möchte ich noch auf eure Bitten eingehen, dass ich doch mal ein paar Bilder hochladen soll, damit ihr auch sehen könnt, wie Bolivien und mein Leben denn so aussieht. Die Internetsituation ist bei uns derzeit leider noch sehr kompliziert, da das Hostel, in dem wir im nächsten Jahr leben werden, geschlossen wurde. Daher wurde unter anderem das W Lan aus dem Hostel entfernt, und ich bin derzeit darauf angewiesen, mich in das nächstbeste Strassencafe zu setzen. Hier ist die Internetverbindung allerdings so schlecht, dass ich aus dem Cafe keine Bilder hochladen kann. Wir haben uns schon darum gekümmert, dass wir im Hostel neues W Lan bekommen. In Bolivien ist es für Ausländer allerings sehr schwer, einen Internetvertrag abzuschliessen. Und nach der guten alten "mache ich später - Mentalität" wird man auch immer wieder auf Morgen vertröstet. Ich hoffe, dass ich ab Montag eine stabilere Internetverbindung habe, ab dann werden auch versprochen Bilder hochgeladen.Genau dasselbe gilt auch für diejenigen, die mich schon gefragt haben, ob wir mal skypen können. Sobald es möglich sein wird, melde ich mich bei euch.Liebe Grüsse in die Heimat wünscht euerMarvin

14.8.16 16:27

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